Wie funktioniert eine internationale Überweisung? Vollständiger Leitfaden
Wenn du Geld ins Ausland schickst, passiert weit mehr als ein einfacher Klick in deiner Banking-App. Im Hintergrund laufen komplexe Prozesse ab, an denen mehrere Banken, Netzwerke und Clearing-Systeme beteiligt sind. Zu verstehen, wie eine internationale Überweisung tatsächlich funktioniert, hilft dir nicht nur, den Ablauf besser nachzuvollziehen, sondern auch unnötige Kosten zu vermeiden.
Grundsätzlich gibt es zwei Hauptsysteme für internationale Überweisungen: SEPA (Single Euro Payments Area) für Überweisungen innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums und SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) für weltweite Transaktionen. Je nachdem, wohin du Geld schickst, kommen unterschiedliche Netzwerke und damit auch unterschiedliche Kosten auf dich zu.
Was viele nicht wissen: Traditionelle Banken berechnen bei internationalen Überweisungen oft erhebliche Gebühren. Dazu gehören feste Überweisungsgebühren, versteckte Wechselkursaufschläge und zusätzliche Kosten durch sogenannte Korrespondenzbanken. Bei einer internationalen Überweisung von 1.000 Euro nach Indien oder in die USA kann der tatsächliche Kostenblock schnell 50 bis 80 Euro betragen, ohne dass du es auf den ersten Blick siehst.
In diesem Leitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie der internationale Geldtransfer technisch funktioniert, welche Bankinformationen du benötigst, was eine internationale Überweisung wirklich kostet und welche Alternativen dir deutlich günstiger und schneller ans Ziel bringen.
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Was passiert, wenn du Geld ins Ausland überweist?
Bei einer internationalen Überweisung überträgst du keine physischen Geldscheine, sondern löst eine Kette von Buchungsvorgängen aus. Deine Bank sendet eine standardisierte Nachricht an die Empfängerbank und gibt ihr den Auftrag, das Geld auf dem Konto des Empfängers gutzuschreiben. Im Gegenzug werden die Konten der beteiligten Institute entsprechend belastet und gutgeschrieben.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass SWIFT kein Zahlungsnetzwerk im eigentlichen Sinne ist, sondern ein Kommunikationsnetzwerk. Das System übermittelt keine Gelder direkt, sondern standardisierte Nachrichten zwischen Banken. Die eigentliche Buchung des Geldes erfolgt über sogenannte Nostro- und Vostro-Konten, die Banken gegenseitig untereinander führen.
Ob deine internationale Überweisung über das SEPA-Netzwerk oder über SWIFT abgewickelt wird, hängt vom Zielland und der Währung ab. Innerhalb des europäischen Zahlungsraums läuft fast alles über SEPA, schnell und standardisiert. Für Überweisungen nach Indien, in die USA oder in die meisten anderen Länder weltweit kommt SWIFT zum Einsatz und damit ein deutlich komplexerer Prozess.
SEPA vs. SWIFT: Die zwei Systeme für internationale Überweisungen
Bevor du verstehst, wie eine internationale Überweisung im Detail abläuft, ist es hilfreich zu wissen, in welchem System sie stattfindet. Die zwei wichtigsten Systeme sind SEPA und SWIFT, und sie funktionieren grundlegend unterschiedlich.
Die SEPA-Überweisung: Das europäische Zahlungssystem
SEPA steht für Single Euro Payments Area und umfasst 36 Länder, darunter alle EU-Staaten sowie einige weitere europäische Länder wie die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich. Innerhalb des SEPA-Raums funktionieren Euro-Überweisungen standardisiert, sicher und in der Regel kostenlos oder sehr günstig.
Für eine SEPA-Überweisung benötigst du lediglich die IBAN des Empfängers. Den BIC oder SWIFT-Code brauchst du bei SEPA-Überweisungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) nicht mehr. SEPA-Überweisungen werden in der Regel innerhalb eines Werktages gutgeschrieben, Echtzeit-SEPA-Überweisungen sogar innerhalb von Sekunden.
Die SWIFT-Überweisung: Das globale Kommunikationsnetzwerk
SWIFT ist das wichtigste Kommunikationsnetzwerk für internationale Zahlungen außerhalb des SEPA-Raums. Mehr als 11.000 Finanzinstitute in über 200 Ländern und Territorien nutzen das SWIFT-Netzwerk, um Zahlungsaufträge auszutauschen. Das System existiert seit 1973 und bildet heute die Infrastruktur, auf der der größte Teil des weltweiten Zahlungsverkehrs basiert.
Bei einer SWIFT-Überweisung sendet deine Bank eine codierte Nachricht (in der Regel eine sogenannte MT103-Nachricht) an die Empfängerbank. Falls die beiden Banken keine direkte Geschäftsbeziehung haben, was häufig der Fall ist, wird die Zahlung über eine oder mehrere Korrespondenzbanken weitergeleitet. Jede dieser Zwischenstationen kann dabei eigene Gebühren erheben.
Was ist ein BIC/SWIFT-Code und wofür brauchst du ihn?
BIC steht für Bank Identifier Code und wird häufig auch als SWIFT-Code bezeichnet. Es handelt sich um eine international standardisierte Bankkennung, die aus 8 oder 11 Zeichen besteht und eine Bank weltweit eindeutig identifiziert. Die ersten vier Zeichen stehen für den Bankencode, die nächsten zwei für das Land (z.B. DE für Deutschland), und die weiteren Zeichen bezeichnen Ort und Filiale.
Bei Überweisungen in Länder außerhalb des SEPA-Raums benötigst du in der Regel immer die IBAN des Empfängers und den BIC der Empfängerbank. Ohne diese Angaben kann die internationale Überweisung nicht korrekt zugeordnet werden und wird möglicherweise abgewiesen oder zurückgebucht, was zusätzliche Kosten und Verzögerungen verursacht.
Der Ablauf einer internationalen Überweisung Schritt für Schritt
Jede internationale Überweisung durchläuft mehrere Stufen, bevor das Geld beim Empfänger ankommt. Der folgende Ablauf zeigt, was im Hintergrund passiert, wenn du einen Auftrag erteilst.
- Auftragserteilung: Du gibst in deinem Online-Banking die IBAN, den BIC, den Betrag, die Währung und den Verwendungszweck ein und bestätigst den Auftrag.
- Prüfung durch deine Bank: Die Bank prüft deine Kontodaten, ob ausreichend Deckung vorhanden ist und ob alle Pflichtfelder korrekt ausgefüllt sind.
- SWIFT-Nachricht: Deine Bank sendet eine standardisierte SWIFT-Nachricht an die Empfängerbank oder eine Korrespondenzbank.
- Korrespondenzbanken: Falls deine Bank keine direkte Verbindung zur Empfängerbank hat, leiten eine oder mehrere Korrespondenzbanken die Zahlung weiter. Jede Zwischenstation kann eigene Gebühren abziehen.
- Gutschrift: Die Empfängerbank schreibt den Betrag auf dem Konto des Empfängers gut.
- Bestätigung: Deine Bank und die Empfängerbank bestätigen die erfolgreiche Transaktion.
Was sind Korrespondenzbanken und warum kosten sie extra?
Korrespondenzbanken sind der am häufigsten übersehene Kostenfaktor bei internationalen Überweisungen. Eine Korrespondenzbank ist eine Bank, bei der zwei andere Banken jeweils ein Konto führen und die als Zwischenstelle bei Zahlungen fungiert, wenn die Sender- und Empfängerbank keine direkte Geschäftsbeziehung haben.
Wenn du zum Beispiel von deiner Sparkasse in München auf ein Konto bei einer kleineren Bank in Indien überweist, haben diese beiden Institute vermutlich keine direkte Verbindung. Die Sparkasse schickt das Geld dann zunächst an eine internationale Korrespondenzbank, zum Beispiel eine große US-amerikanische oder britische Bank, und von dort wird es an eine indische Korrespondenzbank weitergeleitet, die es schließlich an die Empfängerbank übergibt.
Jede dieser Zwischenstationen kann Gebühren von 10 bis 30 Euro pro Transaktion erheben. Bei komplizierten Korridoren, etwa von Deutschland nach einem kleineren afrikanischen oder südostasiatischen Land, können zwei oder sogar drei Korrespondenzbanken beteiligt sein, was die Gesamtkosten erheblich in die Höhe treibt. Du erfährst diese Gebühren oft erst hinterher, wenn der Empfänger weniger erhalten hat als du gesendet hast.
Diese Gebühren werden häufig im Kleingedruckten als 'Fremdspesen' bezeichnet und sind schwer vorherzusagen, da sie von den beteiligten Korrespondenzbanken abhängen, nicht von deiner eigenen Bank. Bei der Option 'OUR' trägst du als Sender alle Kosten. Bei 'SHA' (Shared) teilen sich Sender und Empfänger die Kosten. Viele Banken verwenden standardmäßig 'SHA', was bedeutet, dass dem Empfänger weniger ankommt als du gesendet hast.
Was kostet eine internationale Überweisung über die Bank?
Die Gesamtkosten einer internationalen Banküberweisung setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Es ist wichtig, diese einzeln zu verstehen, um die tatsächlichen Kosten richtig einzuschätzen.
Feste Überweisungsgebühren: Die meisten deutschen Banken berechnen für SWIFT-Überweisungen eine Grundgebühr. Bei der Deutschen Bank liegt diese für Online-Überweisungen mit der Option 'OUR' bei mindestens 10,00 Euro plus 1,55 Euro SWIFT-Gebühr plus 25,00 Euro Fremdspesenpauschale, insgesamt also mindestens 36,55 Euro allein an Fixkosten.
Wechselkursaufschlag: Zusätzlich berechnen fast alle traditionellen Banken einen Aufschlag auf den Mittelkurs (Mid-Market-Rate), also den realen Wechselkurs, den du bei Google oder Reuters siehst. Dieser Aufschlag beträgt bei deutschen Banken in der Regel 2 bis 4 Prozent. Klingt wenig, wird bei größeren Beträgen aber sehr teuer.
Konkret: Bei einer internationalen Überweisung von 1.000 Euro nach Indien über die Deutsche Bank zahlst du rund 36 Euro in festen Gebühren plus etwa 20 bis 40 Euro Wechselkursaufschlag, insgesamt also 50 bis 80 Euro Verlust, bevor der Empfänger einen einzigen Euro-Gegenwert sieht.
Spezialisierte Geldtransferdienste wie Wise oder Remitly bieten dieselbe internationale Überweisung für wenige Euro an, ohne Wechselkursaufschlag. Damit sparst du auf einem einzigen Transfer von 1.000 Euro schnell 50 Euro oder mehr. Je häufiger du Geld ins Ausland sendest, desto deutlicher macht sich der Unterschied bemerkbar.
Anbieter | Feste Gebühr | Wechselkurs | Gesamtkosten (1.000 EUR nach Indien) |
|---|---|---|---|
Deutsche Bank | ca. 36 EUR | 2-4% Aufschlag | ca. 56-76 EUR |
Sparkasse | ca. 12-15 EUR | 2-3% Aufschlag | ca. 32-45 EUR |
Wise | ca. 4-8 EUR | Mittelkurs (kein Aufschlag) | ca. 4-8 EUR |
Remitly | ab 1,99 EUR | kleiner Aufschlag | ca. 5-15 EUR |
Xe | keine Fixgebühr | kleiner Aufschlag | ca. 5-15 EUR |
So funktionieren spezialisierte Geldtransferdienste
Anbieter wie Wise, Remitly und Xe haben das Geschäftsmodell internationaler Überweisungen grundlegend anders aufgebaut als traditionelle Banken. Anstatt das Geld durch das teure SWIFT-Netzwerk zu schicken, nutzen sie ein smarteres System: lokale Zahlungskonten in vielen Ländern weltweit.
Das Prinzip ist einfach: Wenn du in Deutschland 1.000 Euro nach Indien sendest, schickt Wise nicht wirklich Geld physisch von Deutschland nach Indien. Stattdessen wird der Betrag von deinem Konto auf Wises deutsches Konto gebucht, und gleichzeitig überweist Wises lokale indische Einheit den entsprechenden Betrag in Indischen Rupien auf das Konto des Empfängers. Kein SWIFT, keine Korrespondenzbanken, keine versteckten Gebühren.
Wise

Wise ist eine der meistgenutzten Plattformen für internationale Überweisungen weltweit mit mehr als 16 Millionen Kunden. Was Wise besonders macht, ist die Nutzung des echten Mittelkurses, also des Wechselkurses, den du bei Google oder bei Reuters siehst. Kein Aufschlag auf den Kurs, keine versteckte Marge.
Für die internationale Überweisung von 1.000 Euro nach Indien berechnet Wise in der Regel eine Gebühr von etwa 4 bis 8 Euro, je nach Zahlungsmethode. Der Empfänger bekommt tatsächlich einen Betrag, der nahe am theoretischen Maximum liegt. Das macht Wise besonders attraktiv für regelmäßige Überweisungen, zum Beispiel für Expats oder Familien, die Geld in ihre Heimatländer senden.
Wise nutzt den echten Mittelkurs ohne Aufschlag und zeigt dir die Gebühren transparent vor der Bestätigung. So weißt du genau, was du zahlst und was beim Empfänger ankommt.
- Mittelkurs ohne Aufschlag: der echte Wechselkurs, keine versteckte Marge
- Gebühren ab 0,4%: transparent und vor der Bestätigung sichtbar
- 40+ Währungen: Überweisungen in die meisten Länder weltweit
- BaFin-reguliert: Kundengelder werden separat gesichert
- Multiwährungskonto: Geld in 40+ Währungen halten und verwalten
Remitly

Remitly ist auf Überweisungen in Entwicklungsländer spezialisiert und unterstützt mehr als 170 Länder weltweit. Der Dienst ist besonders bekannt für niedrige Gebühren auf bestimmten Korridoren, etwa von Deutschland nach Indien, auf die Philippinen, nach Nigeria oder Mexiko. Neue Kunden profitieren häufig von attraktiven Erstangeboten.
Remitly bietet zwei Geschwindigkeitsoptionen an: Express (oft innerhalb von Minuten) und Economy (bis zu 3 bis 5 Werktage, günstiger). Besonders attraktiv ist Remitly für Personen, die regelmäßig kleinere bis mittlere Beträge in ihre Heimatländer überweisen, und für Empfänger ohne Bankkonto, da Bargeldabholung in vielen Ländern verfügbar ist.
Remitly deckt mehr als 170 Empfängerländer ab und bietet Express-Überweisungen in wenigen Minuten an. Ideal für regelmäßige internationale Überweisungen in Entwicklungsländer.
- Gebühren ab 1,99 EUR: besonders günstig auf gängigen Korridoren
- Express-Überweisungen: in wenigen Minuten beim Empfänger
- 170+ Länder: breite Abdeckung, besonders in Entwicklungsländern
- Bargeldabholung: Empfänger ohne Bankkonto können bar abholen
- App-Benachrichtigungen: beide Seiten werden über den Status informiert
Xe

Xe ist besonders stark bei exotischen Währungen und Währungspaaren, die andere Anbieter nicht oder nur zu schlechten Konditionen unterstützen. Als einer der ältesten Online-Währungsdienste weltweit bietet Xe internationale Überweisungen in mehr als 130 Währungen an und ist dabei auch für Geschäftskunden gut geeignet.
Xe erhebt keine festen Überweisungsgebühren, verdient aber eine kleine Marge auf dem Wechselkurs. Das kann je nach Währungspaar und Betrag günstiger oder teurer sein als bei anderen Anbietern. Besonders bei größeren Beträgen und ungewöhnlichen Währungspaaren lohnt sich ein direkter Vergleich der internationalen Überweisung.
Xe ist besonders geeignet, wenn du in weniger gängige Währungen überweisen musst oder größere Beträge sendest. Der Dienst operiert seit 1993 und ist eine der bekanntesten Marken im internationalen Geldtransfer.
- 130+ Währungen: einer der breitesten Anbieter weltweit
- Keine feste Gebühr: verdient nur eine kleine Marge auf dem Kurs
- Schnelle Überweisungen: die meisten internationalen Transfers in 1 bis 3 Werktagen
- Seit 1993 etabliert: bekannte und vertrauenswürdige Marke
- Auch für Geschäftskunden: geeignet für Unternehmenstransaktionen
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Bank oder Spezialdienst? Direkter Vergleich internationaler Überweisungen
Um die richtige Wahl für deine internationale Überweisung zu treffen, lohnt sich ein direkter Vergleich der wichtigsten Eigenschaften. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick.
Merkmal | Traditionelle Bank | Wise / Remitly / Xe |
|---|---|---|
Wechselkurs | 2-4% Aufschlag auf den Mittelkurs | Mittelkurs oder minimale Marge |
Feste Gebühren | 10-50 EUR pro Überweisung | ab 2-8 EUR oder keine |
Korrespondenzbanken | Ja, mit unvorhersehbaren Zusatzkosten | Nein, lokale Konten genutzt |
Transparenz | Gesamtkosten oft erst nach Transfer sichtbar | Kosten vor Bestätigung klar angezeigt |
Geschwindigkeit | 1-5 Werktage (SWIFT) | Stunden bis 1-2 Werktage |
Länderabdeckung | Weltweit, aber mit Einschränkungen | 40-170+ Länder je nach Anbieter |
Regulierung | BaFin reguliert | BaFin oder gleichwertige Aufsicht |
Wie lange dauert eine internationale Überweisung?
Die Dauer einer internationalen Überweisung hängt stark vom gewählten System und Anbieter ab. SEPA-Überweisungen innerhalb Europas dauern in der Regel einen Werktag, Echtzeit-SEPA-Überweisungen sogar nur Sekunden. SWIFT-Überweisungen hingegen können 1 bis 5 Werktage dauern, in manchen Korridoren auch länger.
Bei spezialisierten Geldtransferdiensten ist die Geschwindigkeit oft überraschend hoch. Wise verarbeitet viele internationale Überweisungen innerhalb von Stunden bis einem Werktag, Remitly Express sogar in wenigen Minuten. Das liegt daran, dass diese Dienste kein grenzüberschreitendes SWIFT-Netz nutzen, sondern lokale Konten in den Zielländern, was den Prozess drastisch beschleunigt.
Folgende Faktoren beeinflussen die Dauer einer internationalen Überweisung: Das Zielland und die Zielwährung spielen die größte Rolle. Hinzu kommen die Anzahl der beteiligten Korrespondenzbanken, der Zeitpunkt der Auftragserteilung (nach dem täglichen Cutoff verlängert sich die Bearbeitungszeit), nationale Feiertage im Sender- oder Empfängerland sowie die Prüfprozesse der Empfängerbank.
Was du für eine internationale Überweisung brauchst
Damit deine internationale Überweisung reibungslos funktioniert, benötigst du bestimmte Angaben des Empfängers. Diese variieren je nach Zielland und gewähltem System, aber die folgende Liste deckt die wichtigsten Pflichtfelder ab.
- IBAN (International Bank Account Number): Identifiziert das Konto des Empfängers eindeutig. Bei SEPA-Überweisungen die wichtigste Angabe.
- BIC/SWIFT-Code: Identifiziert die Empfängerbank weltweit. Für Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums in der Regel erforderlich.
- Vollständiger Name des Empfängers: Muss exakt mit dem Kontoinhaber übereinstimmen. Durch den neuen Verification of Payee Standard wird dies zunehmend automatisch geprüft.
- Adresse des Empfängers: Bei vielen Drittland-Überweisungen erforderlich, besonders in Länder mit strengen Geldwäsche-Richtlinien.
- Betrag und Währung: Wenn du in der Zielwährung sendest, trägt der Empfänger kein Wechselkursrisiko.
- Verwendungszweck: In manchen Ländern wie Indien oder China müssen bestimmte Verwendungszwecke angegeben werden, z.B. Family Maintenance oder Education Fees.
Bei spezialisierten Diensten wie Wise oder Remitly wirst du durch ein geführtes Formular geleitet, das dir genau sagt, welche Daten du für das jeweilige Zielland benötigst. Das ist deutlich benutzerfreundlicher als das Formular der meisten Banken, das oft veraltet und unübersichtlich ist.
Häufig gestellte Fragen zur internationalen Überweisung
Wie funktioniert eine internationale Überweisung?
Bei einer internationalen Überweisung sendet deine Bank eine standardisierte Nachricht über das SWIFT-Netzwerk an die Empfängerbank. Falls die beiden Banken keine direkte Verbindung haben, läuft die Zahlung über Korrespondenzbanken. Der eigentliche Geldtransfer erfolgt über gegenseitig geführte Bankkonten, sogenannte Nostro- und Vostro-Konten. Spezialisierte Dienste wie Wise umgehen dieses System und nutzen lokale Konten in den Zielländern.
Was ist SWIFT und wie wird es bei internationalen Überweisungen genutzt?
SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication und ist ein globales Kommunikationsnetzwerk für Banken. Es übermittelt keine Gelder, sondern standardisierte Zahlungsnachrichten zwischen mehr als 11.000 Finanzinstituten in über 200 Ländern. Fast alle internationalen Banküberweisungen außerhalb des SEPA-Raums laufen über dieses Netzwerk.
Was ist eine Korrespondenzbank bei einer internationalen Überweisung?
Eine Korrespondenzbank ist eine Zwischenstation im internationalen Zahlungsverkehr. Sie wird eingesetzt, wenn die Sender- und Empfängerbank keine direkte Geschäftsbeziehung haben. Die Korrespondenzbank hält Konten für beide Parteien und leitet die Zahlung weiter. Jede beteiligte Korrespondenzbank kann dabei eigene Gebühren von 10 bis 30 Euro pro Transaktion erheben.
Was kostet eine internationale Überweisung über die Bank?
Die Kosten setzen sich aus mehreren Teilen zusammen: feste Überweisungsgebühren (bei der Deutschen Bank ab ca. 36 Euro für SWIFT-Transfers), ein Wechselkursaufschlag von 2 bis 4 Prozent und mögliche Korrespondenzbankengebühren. Bei einer Überweisung von 1.000 Euro nach Indien kann der Gesamtverlust 50 bis 80 Euro betragen. Spezialisierte Dienste wie Wise oder Remitly bieten dieselbe internationale Überweisung oft für 5 bis 15 Euro an.
Wie lange dauert eine internationale Überweisung?
Das hängt vom System ab. SEPA-Überweisungen innerhalb Europas dauern in der Regel einen Werktag. SWIFT-Überweisungen benötigen 1 bis 5 Werktage, manchmal länger. Spezialisierte Dienste sind oft schneller: Wise schafft viele internationale Überweisungen in wenigen Stunden, Remitly Express sogar in Minuten.
Was brauche ich für eine internationale Überweisung?
Du benötigst in der Regel: die IBAN des Empfängers, den BIC/SWIFT-Code der Empfängerbank (außerhalb SEPA), den vollständigen Namen des Empfängers, gegebenenfalls die Adresse des Empfängers, den Betrag und die Währung sowie bei bestimmten Ländern einen Verwendungszweck. Spezialisierte Dienste führen dich schrittweise durch alle benötigten Daten.
Was ist der Unterschied zwischen SEPA und SWIFT?
SEPA ist ein europäisches Zahlungssystem für Euro-Überweisungen in 36 Ländern. Es ist standardisiert, günstig und in der Regel kostenlos. SWIFT ist ein globales Kommunikationsnetzwerk für internationale Zahlungen weltweit. SWIFT-Überweisungen sind aufwendiger, teurer und involvieren oft Korrespondenzbanken.
Ist es sicher, Geld ins Ausland zu überweisen?
Ja, internationale Überweisungen über regulierte Banken und Dienste sind sicher. Spezialisierte Anbieter wie Wise und Remitly sind in Deutschland von der BaFin reguliert und verwahren Kundengelder auf separaten Konten. Das bedeutet, dein Geld ist auch im unwahrscheinlichen Fall einer Insolvenz des Anbieters geschützt.
Kann ich eine internationale Überweisung rückgängig machen?
Das ist schwierig und hängt davon ab, wie weit die Überweisung bereits verarbeitet wurde. Bei SWIFT-Überweisungen kann ein Rückrufverfahren eingeleitet werden, das jedoch teuer und zeitaufwendig ist und keine Erfolgsgarantie bietet. Bei Diensten wie Wise oder Remitly kann die Überweisung storniert werden, solange sie noch nicht verarbeitet wurde. Handle so schnell wie möglich, wenn du einen Fehler bemerkst.
Warum kommt beim Empfänger weniger an als ich gesendet habe?
Das liegt an den Korrespondenzbanken, die auf dem Weg Gebühren abziehen. Bei der Option 'SHA' (Shared) tragen Sender und Empfänger die Kosten geteilt. Die Empfängerbank kann ebenfalls Eingangsentgelte erheben. Um sicherzustellen, dass der Empfänger den gewünschten Betrag erhält, wähle die Option 'OUR' oder nutze einen Spezialanbieter ohne Korrespondenzbanken.
Wie finde ich den BIC/SWIFT-Code meiner Bank?
Du findest den BIC deiner Bank auf deinem Kontoauszug, in deiner Banking-App unter Kontodetails oder auf der Website deiner Bank. Online-Tools wie wise.com/de/swift-codes oder iban.de helfen dir, den BIC schnell zu finden.
Was bedeutet Mittelkurs bei internationalen Überweisungen?
Der Mittelkurs (auch Mid-Market-Rate genannt) ist der Wechselkurs, der zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs einer Währung liegt. Er ist der fairste Referenzkurs und der, den du bei Google oder Reuters siehst. Banken rechnen mit einem schlechteren Kurs und behalten die Differenz als versteckten Gewinn. Wise nutzt den Mittelkurs und berechnet stattdessen eine transparente Gebühr.

Mohammad Humaid
Bestätigter AutorMo ist der Gründer von MoneyTransferStore. Als Expat, der selbst die Herausforderungen von internationalen Geldtransfers erlebt hat, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, anderen in ähnlichen Situationen zu helfen, versteckte Gebühren und schlechte Wechselkurse zu vermeiden. Mit einem Hintergrund in Fintech, Zahlungsverkehr und Web3 bringt Mo jahrelange praktische Erfahrung in den Aufbau einer Plattform ein, die auf Transparenz und Vertrauen ausgerichtet ist.
