Geld ins Ausland überweisen: Schritt-für-Schritt-Anleitung (2026)
Jedes Jahr überweisen Millionen von Menschen aus Deutschland Geld ins Ausland: Auswanderer unterstützen ihre Familien, Selbstständige bezahlen ausländische Dienstleister, Studierende senden Geld in ihre Heimatländer. Geld ins Ausland überweisen klingt nach einem einfachen Vorgang. Doch wer dabei auf seine Hausbank setzt, zahlt oft deutlich mehr als nötig.
Der entscheidende Unterschied liegt beim Wechselkurs und den Gebühren. Banken wie die Deutsche Bank oder die Sparkasse verwenden für Auslandsüberweisungen keinen echten Marktpreis, sondern einen Kurs mit Aufschlag. Dazu kommen feste SWIFT-Gebühren von bis zu 40 Euro. Spezialisierte Geldtransfer-Dienste wie Wise, Remitly und Xe bieten dagegen den echten Mittelkurs ohne versteckte Aufschläge und sind dabei oft fünf- bis zehnmal günstiger als eine klassische Banküberweisung.
In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du, welche Daten du für eine internationale Überweisung brauchst, welche Methoden es gibt, was eine Auslandsüberweisung wirklich kostet und wie du die beste Option für deine Situation findest.
Was brauche ich für eine Auslandsüberweisung?
Bevor du Geld ins Ausland überweist, brauchst du einige Angaben zum Empfänger. Welche genau, hängt davon ab, ob du innerhalb der EU (SEPA) oder in ein Land außerhalb des europäischen Zahlungsverkehrsraums überweist.
SEPA-Überweisungen (Euro innerhalb der EU und des EWR)
Wenn du in Euro innerhalb des SEPA-Raums überweist, zum Beispiel nach Spanien, Frankreich, Italien oder Polen, ist der Prozess einfach und kostet in der Regel nichts extra. Du brauchst:
- Vollständiger Name des Empfängers
- IBAN des Empfängers
- Betrag und optionaler Verwendungszweck
Internationale Überweisungen (außerhalb SEPA oder in Fremdwährung)
Sobald du Geld in ein Land außerhalb des EWR sendest, also zum Beispiel nach Indien, in die USA, in die Türkei oder nach Brasilien, oder du eine andere Währung als Euro verwendest, werden zusätzliche Angaben benötigt:
- Vollständiger Name des Empfängers
- IBAN oder lokale Kontonummer des Empfängers
- BIC oder SWIFT-Code der Empfängerbank
- Name und ggf. Anschrift der Empfängerbank
- Betrag und Zielwährung
- Verwendungszweck (empfohlen)
Geld ins Ausland überweisen: Schritt für Schritt
Es gibt zwei Hauptwege, um Geld ins Ausland zu überweisen. Den Weg über einen spezialisierten Geldtransfer-Dienst und den Weg über deine Hausbank. Beide werden hier erklärt, zusammen mit einer ehrlichen Einschätzung der tatsächlichen Kosten.
Methode 1: Über einen Geldtransfer-Dienst (empfohlen)
Spezialisierte Dienste wie Wise, Remitly und Xe haben die internationale Überweisung vereinfacht: echte Wechselkurse, niedrige Gebühren und schnelle Abwicklung. Die meisten Auslandsüberweisungen dauern zwischen wenigen Minuten und einem Werktag.
Schritt-für-Schritt: So läuft eine Auslandsüberweisung ab
- Anbieter auswählen und kostenloses Konto erstellen (ein Ausweis wird zur Verifizierung benötigt)
- Betrag eingeben und Zielwährung auswählen
- Empfängerdaten eingeben (Name, IBAN oder lokale Kontonummer, BIC falls erforderlich)
- Zahlungsmethode auswählen (Banküberweisung, Lastschrift oder Debitkarte)
- Überweisung prüfen, Gebühren und Wechselkurs bestätigen und absenden
Wise

Wise ist einer der beliebtesten Dienste für internationale Überweisungen aus Deutschland. Das Unternehmen verwendet ausschließlich den echten Mittelkurs, also den Kurs, den du auch auf Google findest, ohne zusätzlichen Aufschlag. Die Gebühren liegen typischerweise zwischen 0,43 und 1,5 Prozent des Transferbetrags und werden vollständig transparent vor der Bestätigung angezeigt.
Bei einer Überweisung von 1.000 Euro nach Indien zahlst du mit Wise rund 6 bis 8 Euro Gebühr. Die gleiche Auslandsüberweisung über eine klassische Hausbank kostet durch Fixgebühren und Kursaufschlag leicht 50 Euro oder mehr. Wise ist außerdem in Deutschland von der BaFin reguliert und hält Kundengelder separat vom Betriebskapital.
Wise ist die erste Wahl für günstige Auslandsüberweisungen aus Deutschland. Hier sind die wichtigsten Vorteile:
- Echter Mittelkurs ohne Aufschlag auf den Wechselkurs
- Gebühren ab 0,43 Prozent, vor der Überweisung klar angezeigt
- Überweisungen in über 40 Währungen weltweit
- Reguliert durch BaFin und FCA, Gelder werden separat gehalten
- Schnelle Lieferung: Viele Überweisungen kommen innerhalb von Minuten an
Remitly

Remitly ist besonders stark bei Überweisungen in Schwellenländer wie Indien, die Philippinen, Mexiko, Kenia und Pakistan. Der Dienst bietet zwei Geschwindigkeitsstufen an: Standard (günstiger) und Express (schneller). Express-Überweisungen kommen oft innerhalb von Minuten beim Empfänger an.
Remitly arbeitet mit einem kombinierten Gebührenmodell: einer niedrigen Fixgebühr plus einem leichten Kursaufschlag. Für viele Standardkorridore wie Deutschland nach Indien ist Remitly dennoch erheblich günstiger als jede Hausbank und in der Gesamtbewertung zuverlässig.
Remitly eignet sich besonders, wenn Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bei Überweisungen in Schwellenländer zählen:
- Express-Überweisungen in Minuten in über 100 Zielländer
- Unterstützt Bankeinzahlung, Mobile Wallet und Bargeldabholung
- Einfache App, ideal für regelmäßige Auslandsüberweisungen
- Keine versteckten Gebühren, alles vor der Bestätigung sichtbar
Xe

Xe ist ein weltweit bekannter Name im Devisenmarkt und bietet Geldüberweisungen in über 130 Länder an. Der Dienst eignet sich besonders für Überweisungen in exotischere Währungen, die bei anderen Anbietern nicht immer verfügbar sind.
Xe berechnet keine feste Transaktionsgebühr, verdient jedoch an einem leichten Kursaufschlag auf den Mittelkurs. Der Kurs ist dennoch erheblich besser als bei deutschen Banken. Xe-Überweisungen dauern in der Regel ein bis drei Werktage.
Xe ist eine gute Wahl für internationale Überweisungen, besonders in weniger gängige Zielwährungen:
- Überweisungen in über 130 Länder und viele exotische Währungen
- Keine feste Transaktionsgebühr
- Einfache Nutzung per App und Website
- Reguliert bei relevanten Behörden in Europa und weltweit
Methode 2: Über die Hausbank (SWIFT)
Du kannst Geld selbstverständlich auch über deine Hausbank ins Ausland überweisen. Das Verfahren ist vertraut und läuft über das bewährte SWIFT-Netzwerk. Der Nachteil: Es ist deutlich teurer und langsamer als spezialisierte Dienste.
Banken wie die Deutsche Bank berechnen für internationale SWIFT-Überweisungen eine Grundgebühr von typischerweise 10 bis 15 Euro, dazu eine SWIFT-Pauschale von 1,55 Euro und bei manchen Optionen eine Fremdspesenpauschale von bis zu 25 Euro. Das macht allein an Fixkosten bis zu 40 Euro. Hinzu kommt ein Wechselkursaufschlag von typischerweise 2 bis 4 Prozent. Bei einer Auslandsüberweisung von 1.000 Euro nach Indien zahlst du bei einer deutschen Bank leicht 50 bis 80 Euro, während Wise dieselbe Überweisung für rund 6 bis 8 Euro erledigt.
Für eine internationale SWIFT-Überweisung von 1.000 Euro können bei deutschen Banken folgende Kosten anfallen:
- Grundgebühr: 10 bis 15 Euro (fix)
- SWIFT-Pauschale: ca. 1,55 Euro
- Fremdspesenpauschale: bis zu 25 Euro (je nach gewählter Option)
- Wechselkursaufschlag: 2 bis 4 Prozent, also 20 bis 40 Euro bei 1.000 Euro
- Gesamtkosten: 40 bis 80 Euro pro Auslandsüberweisung
- Dauer: 2 bis 5 Werktage
Was kostet eine Auslandsüberweisung?
Die Kosten einer internationalen Überweisung hängen von drei Faktoren ab: der Grundgebühr des Anbieters, dem Wechselkursaufschlag und den eventuellen Zwischenbankgebühren. Der folgende Vergleich zeigt die Unterschiede für eine exemplarische Überweisung von 1.000 Euro:
Anbieter | Gebühren | Wechselkurs | Geschwindigkeit | Beispiel: 1.000 EUR |
|---|---|---|---|---|
Wise | 0,43 bis 1,5 % | Echter Mittelkurs | Minuten bis 1 Werktag | ca. 6 bis 8 Euro |
Remitly | Fixgebühr + Kursaufschlag | Leicht aufgeschlagen | Minuten (Express) | ca. 3 bis 12 Euro |
Xe | Kein fester Satz | Leichter Kursaufschlag | 1 bis 3 Werktage | Kursaufschlag variabel |
Deutsche Bank | Min. 10 EUR + SWIFT + Fremdspesen | 2 bis 4 % Aufschlag | 2 bis 5 Werktage | 50 bis 80 Euro |
Gut zu wissen: Innerhalb des SEPA-Raums, also bei Euro-Überweisungen in EU- und EWR-Länder, fallen bei den meisten Banken keine oder sehr geringe Gebühren an. Die meisten Banken behandeln SEPA-Überweisungen wie inländische Transaktionen. Spezialisierte Dienste sind bei reinen SEPA-Überweisungen daher weniger relevant.
Wie lange dauert eine internationale Überweisung?
Die Übertragungszeit ist ein wichtiges Kriterium, besonders wenn der Empfänger das Geld dringend braucht. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Methoden sind erheblich:
- Wise: Häufige Währungspaare oft in Minuten, ansonsten maximal ein Werktag
- Remitly Express: Meist innerhalb von Minuten
- Remitly Standard: 3 bis 5 Werktage
- Xe: 1 bis 3 Werktage
- SEPA (Hausbank, EU): 1 Werktag; mit SEPA Instant sofort
- SWIFT (Hausbank, international): 2 bis 5 Werktage, in Einzelfällen länger
Wenn Geschwindigkeit entscheidend ist, sind Wise oder Remitly Express die beste Wahl für Auslandsüberweisungen. Spezialisierte Dienste haben den systemischen Vorteil, dass sie große Volumina in Zielwährungen vorhalten können und so keine echte Währungsumrechnung in Echtzeit benötigen.
Worauf solltest du bei einer Auslandsüberweisung achten?
SEPA oder SWIFT?
Innerhalb der EU und des EWR kannst du für Euro-Überweisungen das günstige SEPA-Verfahren nutzen. Das gilt für alle EU-Mitgliedsländer sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Sobald du in ein Nicht-EWR-Land überweist oder eine andere Währung verwendest, läuft die Zahlung über SWIFT. Das ist teurer und langsamer, aber weltweiter Standard für internationale Überweisungen außerhalb des europäischen Raums.
Meldepflicht bei Beträgen über 12.500 Euro
Wer aus Deutschland Beträge von mehr als 12.500 Euro ins Ausland überweist, muss die Zahlung bei der Deutschen Bundesbank melden. Das gilt für alle Überweisungen, unabhängig vom Anbieter. Spezialisierte Dienste wie Wise unterstützen dich automatisch bei diesem Prozess; bei Banküberweisung übernimmt das in der Regel die Bank selbst.
Empfängerdaten immer doppelt prüfen
Internationale Überweisungen sind in der Regel nicht mehr zurückholbar, sobald sie verarbeitet wurden. Prüfe IBAN, BIC und den Namen des Empfängers immer zweimal, bevor du bestätigst. Besondere Vorsicht gilt bei unbekannten Empfängern oder Aufforderungen, dringend Geld ins Ausland zu senden. Betrug mit Auslandsüberweisungen ist eine der häufigsten Betrugsmaschen in Deutschland.
Den echten Wechselkurs kennen und vergleichen
Der echte Wechselkurs, auch Mittelkurs oder Interbanken-Kurs genannt, ist der Kurs, den du auf Google oder auf xe.com siehst. Jede Abweichung nach unten in deiner Überweisung ist ein Kursaufschlag, der direkt von deinem überwiesenen Betrag abgezogen wird. Spezialisierte Dienste wie Wise verwenden diesen echten Kurs. Deutsche Banken legen typischerweise 2 bis 4 Prozent drauf, ohne dies offensichtlich auszuweisen.
Häufig gestellte Fragen
Wie überweise ich Geld ins Ausland?
Für eine Auslandsüberweisung brauchst du den Namen und die IBAN des Empfängers, bei Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums auch den BIC der Empfängerbank. Du kannst über deine Hausbank oder über spezialisierte Dienste wie Wise, Remitly oder Xe überweisen. Spezialisierte Dienste sind in der Regel günstiger und schneller.
Was kostet eine Auslandsüberweisung?
Die Kosten variieren stark je nach Anbieter. Wise berechnet typischerweise 0,43 bis 1,5 Prozent des Betrags. Remitly arbeitet mit einer Fixgebühr und einem leichten Kursaufschlag. Deutsche Banken können bei SWIFT-Überweisungen 50 bis 80 Euro oder mehr kosten, durch Fixgebühren und einen Wechselkursaufschlag von 2 bis 4 Prozent.
Wie lange dauert eine internationale Überweisung?
Das hängt von der Methode ab. Wise und Remitly Express liefern oft innerhalb von Minuten. Xe braucht in der Regel 1 bis 3 Werktage. Klassische SWIFT-Banküberweisung dauern 2 bis 5 Werktage. SEPA-Überweisungen innerhalb der EU kommen am nächsten Werktag an; mit SEPA Instant sofort.
Welche Daten brauche ich für eine Auslandsüberweisung?
Für SEPA-Überweisungen (Euro in der EU) brauchst du Name und IBAN des Empfängers. Für Überweisungen außerhalb des EWR oder in Fremdwährungen brauchst du zusätzlich den BIC/SWIFT-Code der Empfängerbank sowie ggf. die Anschrift der Bank.
Kann ich Geld ohne Bankkonto ins Ausland senden?
Ja, das ist möglich. Dienste wie Western Union und MoneyGram ermöglichen Bargeld-Einzahlungen und Bargeld-Auszahlungen ohne Bankkonto. Wise, Remitly und Xe setzen jedoch ein Bankkonto beim Sender voraus.
Ist es sicher, Geld ins Ausland zu überweisen?
Ja, wenn du regulierte Anbieter nutzt. Wise, Remitly und Xe sind alle bei den relevanten Aufsichtsbehörden registriert und halten Kundengelder separat vom Betriebskapital. Achte darauf, nur an bekannte Empfänger zu überweisen und niemals auf Aufforderung von Unbekannten Geld ins Ausland zu senden.
Muss ich eine Auslandsüberweisung melden?
Ja, Überweisungen von mehr als 12.500 Euro ins Ausland müssen in Deutschland der Deutschen Bundesbank gemeldet werden. Viele Dienste wie Wise unterstützen dich dabei automatisch.
Was ist der Unterschied zwischen SEPA und SWIFT?
SEPA ist das europäische Zahlungsnetzwerk für Euro-Überweisungen innerhalb der EU und des EWR. Es ist schnell, günstig und unkompliziert. SWIFT ist das globale Interbanken-Kommunikationsnetz für internationale Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums oder in Fremdwährungen. SWIFT-Überweisungen sind in der Regel teurer und langsamer.
Kann ich eine Auslandsüberweisung stornieren?
In der Regel nur sehr schwer oder gar nicht, sobald die Überweisung verarbeitet wurde. Bei spezialisierten Diensten gibt es manchmal ein kurzes Zeitfenster zur Stornierung, bevor die Überweisung bearbeitet wird. Prüfe daher alle Daten vor der Bestätigung sorgfältig.
Warum ist Wise günstiger als meine Bank?
Wise verwendet den echten Mittelkurs ohne Aufschlag und berechnet nur eine kleine, transparente Transaktionsgebühr. Banken verdienen dagegen an einem versteckten Kursaufschlag von typisch 2 bis 4 Prozent und erheben zusätzliche SWIFT-Gebühren. Das ergibt bei größeren Beträgen erhebliche Unterschiede.

Mohammad Humaid
Bestätigter AutorMo ist der Gründer von MoneyTransferStore. Als Expat, der selbst die Herausforderungen von internationalen Geldtransfers erlebt hat, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, anderen in ähnlichen Situationen zu helfen, versteckte Gebühren und schlechte Wechselkurse zu vermeiden. Mit einem Hintergrund in Fintech, Zahlungsverkehr und Web3 bringt Mo jahrelange praktische Erfahrung in den Aufbau einer Plattform ein, die auf Transparenz und Vertrauen ausgerichtet ist.
